Der Walfang

40 Jahre lang war der Walfang...

...ein blühendes Geschäft

Mit dem Walfang kam viel Geld nach Madeira


40 Jahre lang war der Walfang auf Madeira ein blühendes Geschäft, bis durch internationale Abmachungen das Fangen der großen Meeressäuger, auch auf Druck der Umweltschützer, verboten wurde.

"Baleia" riefen die Männer auf Madeira, wenn sie von ihren Krähennestern aus die mächtigen Pottwale sahen, wenn diese ihre Atemfontänen in die Höhe bliesen. Dann kam bei den Walfängern Hektik auf. Die Männer um den Kommandanten der Walfangstation in Caniçal, Eleuterio Reis (Bild unten), brachten die schlanken, schnellen Ruderboote zu Wasser. Das Mutterschiff, ein betagter Kutter (ohne Harpune), schleppte die Ruderboote mit den Walfängern aufs Meer hinaus in die Nähe der Stelle, wo man die Wale gesichtet hatte. Die ersten Walfänger kamen 1940 von den Azoren nach Madeira und wurden hier seßhaft. Die erste Walfangstation war in Porto Moniz, wo sie zehn Jahre blieben, über Funchal gingen sie dann nach Caniçal, wo sie sich bis 1981 einrichteten. Bis vor kurzem waren noch die alten, verrosteten Tanks für Walöl und die Betonbahn, auf der die Tiere an Land gezogen wurden zu sehen. Doch das Gelände der ehemaligen Walfangstation wird heute von der Freihandelszone beansprucht.

Nie wurde der Walfang in den Madeirenser Gewässern im großen Umfang betrieben. Niemals benutzen die hiesigen Walfänger Harpunenkanonen, wie sie von den Japanern und Norwegern eingesetzt wurden.Die örtlichen Walfänger setzten auf Muskelkraft und warfen die Harpunen mit der Hand. Mit fünf bis sechs Booten ruderten sie hinter den Kolossen her und versuchten sie einzuholen. Gegenüber Madeira News betonte der inzwischen verstorbene Eleuterio Reis die Ungefährlichkeit der Waljagd. Trotzdem gab es ernsthafte Unfälle.

Wenn Sie schon mal in Machico sind, sollten Sie auch den Ort Caniçal besuchen. Dort befindet sich das Wal-Museum. Senhor Reis, der Mitbegründer dieser Einrichtung, zählte zu seinen Lebzeiten zu den wichtigsten Beschützern dieser großen Meeressäuger. Er wurde Mitglied der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e. V. (GSM) in Hamburg. Ihm ist es übrigens zu verdanken, daß bereits weit vor der Unterschutzstellung der Wale die Weibchen dieser Riesen nicht mehr gejagd werden durften. So rettete er im Laufe vieler Jahre unzähligen Walkälbern und ihren Müttern das Leben. Die Madeirenser Waljäger haben die Tiere mit der Handharpune erlegt und nicht, wie die Japaner und Norweger noch heute zu "wissenschaftlichen Zwecken", mit Kanonen. Über diese Scheinheiligkeit der Großen hat sich Sr. Reis immer geärgert, denn das Fleisch wurde an japanische Restaurants verkauft, und dort zu Speisen verarbeitet. Die Frau im Wasser neben dem Wal ist die Walschützerin Petra Deimer.

Hafen von Funchal

Madeira Webcam

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