Mit der "Ribeira Brava" die Meeresriesen vor Madeira besucht

Claudia Gomes, mit ihrem Mann Inhaber der Whale-Watching-Firma in Calheta, lud mich ein zu einer Whale-Watching- Tour auf dem Meer vor Madeira. Es war ein erhebender Eindruck, die riesigen Wale, aber auch verspielten Delfine zu beobachten, denen man mit dem umgebauten Fischerboot quasi auf Tuchfühlung kam. Über mein Erlebnis schrieb ich einen Bericht für den Reiseteil der Rheinischen Post.

Meeresriesen zum Greifen nahe

Seit 2003 geht die Ribeira Brava an der Südküste Madeiras auf Whale Watching-Tour.Vor der Insel Madeira können Touristen ganzjährig Wale beobachten. Zum Schutz der Tiere bleiben die Boote nicht länger als 30 Minuten bei den Säugern.

VON DIETER CLARIUS /RP 08.11.14 Seite E10 Reise & Welt

FOTOS: LOBOSONDA (1), DIETER CLARIUS (2)

Mit einer mächtigen Bugwelle schiebt sich der graue Riese durch den Atlantik, immer in Sichtweite: die sogenannte Blumeninsel Madeira. Der zwölf Meter lange Pottwal hebt sich deutlich vor der mehrere hundert Meter steil aus dem Meer ragenden Klippe Cabo Girão ab. Einige Minuten ist das Tier an der Oberfläche, um Luft zu schnappen. Dann passiert das, worauf alle an Bord gewartet haben: Die Fluke, der Schwanz des Wals, ragt kerzengerade aus dem Wasser. Das ist das Signal zum Abtauchen – zwei bis drei Kilometer tief. Die Fotoapparate in dem traditionellen Fischerboot „Ribeira Brava“ klicken, bis der Wal in den Tiefen des Ozeans verschwunden ist.

Seit 2003 geht die Ribeira Brava an der Südküste Madeiras auf Whale Watching-Tour. Rafael Gomes baute das einstige Fischerboot aus dem Jahr 1964 für seine Zwecke um und gründete mit seiner Frau Claudia, sie stammt aus Köln, die Firma „Lobosonda“. Die Trefferquote, einen Wal zu sehen, liegt nach eigenen Angaben bei mehr als 90 Prozent. „In manchen Jahren sehen wir bei jeder Ausfahrt Wale und Delfine“, sagt Gomes. Ein Team von erfahrenen Skippern, Meeresbiologen und Meeresführern begleitet die Touren.

Im Rabaçal-Naturschutzgebiet im Landesinneren stürzt aus 100 Metern der Risco-Wasserfall.1941 entstand in Caniçal, im Osten der Insel, die einzige Walfang-Station der Insel, wo aus der Speckschicht der Meeressäuger der wertvolle Tran gewonnen wurde. Das Düsseldorfer Unternehmen Henkel schickte damals ein eigenes Walfang-Mutterschiff, die „Jan Wellem“, aus, weil sie große Mengen des Fischöls zur Herstellung des Waschmittels Persil benötigte. „Baleia“ (Wal) riefen die Männer auf Madeira, sobald sie von ihren Krähennestern aus die mächtigen Pottwale sahen, wenn diese ihre Atemfontänen in die Höhe bliesen. Dann kam bei den Walfängern Hektik auf. Die Männer um den Kommandanten der Walfangstation in Caniçal, Eleuterio Reis, brachten die schlanken, schnellen Ruderboote zu Wasser. Und das Mutterschiff, ein betagter Kutter ohne Harpune, schleppte sie mit den Walfängern raus aufs Meer in die Nähe der Stelle, wo man die Wale zuletzt gesichtet hatte – dann konnte die Jagd beginnen. Die ersten Walfänger kamen 1940 von den Azoren nach Madeira und wurden schließlich dort sesshaft. Seit 1981 ist der Walfang jedoch verboten. Die einstige Walfangstation in Caniçal ist inzwischen ein Walmuseum, das die Fangjahre dokumentiert.

Der Pico Ruivo (portugiesisch für rote Spitze) ist mit 1862 Metern der höchste Berg auf MadeiraRafael Gomes ist einer von mehreren Whale Watching- Anbietern der Insel. Seine Touren starten im Yachthafen Calheta. Auch freuen sich die Passagiere über den Besuch zahlreicher Tümmler, die die Schaulustigen mit waghalsigen Sprüngen unterhalten. Wagemutige Bootsgäste dürfen zu den Delfinen ins Wasser. „Wichtig ist unserer Branche aber, dass wir den notwendigen Respekt vor den Meeressäugern bewahren“, sagt Claudia Gomes. Länger als 30 Minuten dürften die Boote nicht bei den Tieren bleiben. „Außerdem ist bei jeder Ausfahrt ein Biologe oder ein Meeresführer mit an Bord. Sie protokollieren die Sichtungen für die Wissenschaft.“ Das ganze Jahr Azoüber ziehen Pottwale und kleinere Walarten an Madeira vorbei, Finnwale vorwiegend im Frühjahr. „Es gibt auch einige Tümmlerarten und Pilotwale, die vor Madeira leben. Das haben Meeresbiologen herausgefunden“, berichtet Claudia Gomes.

In dem kleinen Küstenort Lugar de Baixo planen private Investoren nun den Bau eines Definariums. Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand. Bewohner der Insel, darunter Fischer, Meeresbiologen und Meeresführer, aber auch zahlreiche Touristen haben eine Petition an die Inselregierung unterschrieben, die sich gegen den Bau ausspricht. Das sei ein fragwürdiges Freizeitvergnügen, findet Claudia Gomes. „Diese Tiere haben vor der Küste ein Paradies. Kein noch so großzügig gestaltetes Wasserbecken kann ihnen die Freiheit eines offenen Meeres bieten“, sagt die Tierschützerin.

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Der Bikini hat Geburtstag

Der Bikini wurde im letzten Jahr 72 Jahre alt. In Portugal und auf Madeira war er lange verboten.

 

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Whalwatching statt Walfang

Calheta, Mai 2010
(cl) Madeira war bis Anfang der achziger Jahre eines des Zentren des Walfangs.Der Walfang kam ursprünglich von den Azoren nach Madeira. Die ersten auf Madeira gefangenen Wale wurden im Ribeira da Janela Tal, im Bezirk Porto Moniz, verarbeitet und verwertet.


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Besuch beim Hausherrn des Riffs, dem majestätischen Zackenbarsch

Rainer Waschkewitz gehörte 1980 mit zu den Pionieren des Tauchsports auf Madeira

Er ist der Hauptinitiator des Unterwasser-Nationalparks von Garajau

www.garajau-diving.com

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Das größte Passagierschiff der Welt besucht Madeira

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Der Espada preta, der Schwarze Degenfisch, ist eine Delikatesse

Er wird in mehr als 1000 Meter Tiefe geangelt


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Manta Diving Center in Caniço de Baixo

Die Tauchbasis im Unterwasser-Nationalpark von Madeira

Für Taucher gibt es ein ideales Revier in den klaren Gewässern vor Madeira. Manta Diving bietet die ideale Ausgangslage mit eigenen Hausriff in Caniço de Baixo. Die Basis existiert auf Madeira seit mehr als 25 Jahren und zeichnet sich durch ihre hohen Standards sowie den excellenten Service aus. Außerdem bietet die Tauchbasis kurze Wege und geringe Transportzeiten zu den verschiedenen Tauchspots. Die Basis liegt am Unterwasser-Nationalpark von Madeira.

www.mantadiving.com


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Hafen von Funchal

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