PRAZERES (cl). Hotelgäste, die freiwillig die Ärmel hochkrempeln und 3700 Bäume pflanzen, sind sicher nicht allzu häufig anzutreffen. Das Urlauber sich dann auch noch der Schweiß treibenden Arbeit unterziehen, in 1500 Meter Höhe die zarten Pflänzchen, die zum Schutz vor Wildfraß mit Drahtgeflecht umgeben sind, von Farnen und anderen wuchernden Kräutern zu befreien und zu bewässern, ist zumindest auf der Insel Madeira einmalig.
Senhora Celina Sousa, Direktorin des mit Umweltpreisen der internationalen Naturschutzverbände und der UNESCO ausgezeichneten Hotels Jardim Atlantico in Prazeres im Westen Madeiras, versteht es immer wieder, ihre Gäste für Aktivitäten im Naturschutzpark Paul da Serra zu gewinnen. Mit Begeisterung nahm die 30-köpfige Gruppe die lange Anfahrt mit drei hoteleigenen Bussen in Kauf. Der Zielort am Rande des Hochplateaus Paul da Serra war gut ausgewählt.
Hier erklärte Teresa Carvalho von der örtlichen Forstverwaltung den Touristen die Pflanzen und den Grund, weshalb die Wiederaufforstung so wichtig sei. Bereits zwischen Oktober 2007 und März 2008 wurden die 2500 Bäume gesetzt und von Oktober 2008 bis April 2009 weitere 1200, insgesammt stolze 3700 neue Büsche und Baume. Der Grund für die Aufforstung waren Schafherden, die in Jahrzehnten das Areal kahl gefressen haben. Es bestand Gefahr für den Wasserhaushalt in dieser Region er Insel. Larvalho: "Die Regierung Madeiras hat in den letzten Jahren die Schafe mit 60 Europro Kopf aufgekauft und damit die Grundlage für dei Rekultivierung geschaffen."
Erika, die bis zu zwölf Meter hoch wird, Heidelbeersträucher, die mannshoch werden und Lorbeer gehören zu den Pflanzen,die die Hotelgäste wieder anbauen und pflegen. Die Försterin erklärte, dass diese Pflanzen mit ihren feinfiedrigen Blättern nachmittags und nachts, wenn die Wolken dicht über sie hinweg streichen, den Tau sammeln und in den Boden leiten. Dadurch würde die Erosion gestoppt und die natürlichen Wasserreservoire würden wieder gefüllt.
Ohne mit der Wimper zu zucken, schleppten die männlichen Teilnehmer große Schlauchrollen zur Bewässerung in das Aufforstungsgebiet. Eine kleine Levada, ein vor jahrhunderten gebauter Bewässerungskanal wird aufgestaut und eine von einem Generator angetreibene Pumpe befördert das auch auf Madeira kostbare Nass durch mehrere hundert Meter lange Schläuche zu den durstigen Pflanzen.
Die Frauen der Gruppe verschaffen derweil den kleinen Pflänzchen mit Sichel und behandschuhten Händen die notwendige Luft und Raum zum Wachsen. Doris Wegerle aus Lampertheim, die mit Familie Urlaub im Vier-Sterne-Hotel Jardim Atlantico macht, findet die Idee des Vier-Sterne-Hotels sehr gut. "Ich habe bisher noch niemals von einer solchen Aktion gehört. Dass sich ein Hotel so stark der Umwelt und dem Naturschutz verpflichtet fühlt, ist, so glaube ich, einmalig." Ähnliches sagen auch Andreas, Corinna und Josefine Kunkel aus Bergfelde/Brandenburg. "Das ist mal etwas anderes. Wir finden es gut, dass das Hotel so etwas macht
Nach der Arbeit im Grünen spendiert das Hotel ein zünftig, traditionelles Mittagessen in Form von Rindfleischspießen, die über offenen Fuer gegart wurden. Dazu gab es frisches Wasser, aber auch Tischwein.
Dieter Clarius
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Madeira ist ein portugiesische Insel, welche ca. 1000 km südwestlich von Lissabon und ca. 600 km westlich vor der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean liegt. Der madeirensische Tourismus der Insel konzentriert sich hauptsächlich auf die Stadt Funchal, wo sich die meisten Hotels auf Madeira befinden. Korbschlittenfahrt auf Madeira Lava-Schwimmbäder auf Madeira Hochmoor von Paúl da Serra Restaurants Madeira Stilvoll residieren auf Madeira Geschichte Madeira Madeira Wein visitmadeira madeiraweb