
Josef Pregetter blickt auf 100 Jahre Familientradition als Orchideengärtner zurück. Der 1991 gegründete "Jardim Orquidea" neben dem Botanischen Garten oberhalb von Funchal ist ein lohnendes Ausflugsziel. Es ist mit dem Bus sowie mit Taxen erreichbar. Wer mit dem Mietwagen kommt, findet genügend Parkraum.
Josef Pregetter I übernahm 1905 in Österreich einen kleinen Gartenbaubetrieb von einer entfernten Verwandten. Neben der Züchtung von Palmen und Grünpflanzen, hatte er auch schon einige Orchideen in seinem Sortiment. 12 Jahre später sollte sich dieses Sortiment aber wesentlich erweitern. 1937 wurde von Josef II der erste größere Posten von Orchideen angekauft.
Obwohl er damals unter primitivsten Vorraussetzungen die erste Aussaat von Orchideen vornahm, zeigten sich bald die ersten Erfolge. Er stellte damit die Weichen um mit seinen Züchtungen internationale Anerkennung zu erlangen. Im Jahr 1964 wurde der Betrieb an Josef III weitergegeben.
Dieser vertiefte die Forschung und Aufzucht von Orchideen, indem er sich ein Labor einrichtete. Der Grundstein fürs Klonen war gelegt. Bereits in den späten 70-iger Jahren war Josef der III mit der Laborarbeit so vertraut, dass er das weltweit erste Paphiopedilum-Meristem auf den Markt brachte. Über 40.000 Menschen besuchten im Zeitraum von einem Monat die Orchideenausstellung in der Steiermark.
Da es aber in Österreich immer schwieriger wurde um Orchideen aufzuziehen (Wetter, Handelsbeziehungen) entschloss sich die Familie nach Madeira auszuwandern.
Da auf Madeira ideale Bedingungen bestehen um Orchideen aufzuziehen, hatte man sich bald entschlossen, hier einen kleinen Dschungel aufzubauen.

1991 wurde die Firma Jardim Orquidea Lda. gegründet. Man wollte nicht einfach Orchideen mit Namenskärtchen ausstellen, sondern war bemüht sich einen kleinen Dschungel aufzubauen, um den Orchideen die bestmöglichen Wachstumsbedingungen zu bieten.
Da aber bald zuwenig Platz für die vielen Orchideen vorhanden war, wurde noch die Firma Tropical Orquidea in St. Antonio gegründet. Hier werden die Orchideen kultiviert, Pflanzen, welche bald in Blüte stehen werden nach Jardim Orquidea gebracht und gegen die verblühten Pflanzen ausgewechselt. Im Jahre 2002 wurden dann die beiden Firmen zusammengelegt.
Letztes Jahr wurde auch noch eine Verkaufs- und Informationsstelle im Marina Shopping Center eröffnet.
Dieses Jahr freut sich die Familie natürlich sehr ihr 100-jähriges Jubiläum bekannt geben zu dürfen.
ZUR GESCHICHTE
1905 übernahm Josef Pregetter I in Weiz, Österreich, einen kleinen Gartenbaubetrieb von einer entfernten Verwandten. Neben Palmen, diversen Grünpflanzen sowie Sämereien wurde das Hauptziel auf die Züchtung einer wohlriechenden Cyclame ausgerichtet. Noch in der K&K Monarchie wurde vor allem nach Wien und Budapest verkauft. Josef der I betätigte sich auch als Lokalpolitiker.
1935
übergab er den Betrieb an seinen Sohn Josef II. Sein Ziel war die Weiterzucht der wohlriechenden Cyclame auf 10 Blütenblätter. Bereits vor dem 2. Weltkrieg wurde Cyclamen-Samen in die Europäischen Staaten, nach USA und Kanada verkauft.
1937
wurde der erste größere Posten Orchideen angekauft. Leider musste in den Kriegsjahren die Blumenzucht bis auf ein Minimum eingeschränkt werden, da die Gemüseproduktion vorgeschrieben wurde. Nur einige Pflanzen überlebten diese Zeit. Josef II begann jedoch gleich nach dem Krieg wieder mit der Blumenzucht, natürlich mit den Cyclamen und später mit Nelken. Den Bestand von Orchideen aufzubauen und zu züchten wurde angestrebt.
1956
Die ersten Aussaaten von Orchideen wurden unter den primitivsten Voraussetzungen begonnen und zeigten erste Erfolge.
1964
Bei der Wiener Internationalen Gartenschau wurden die Erfolge erstmals einem internationalen Publikum mit großem Erfolg vorgestellt. In diesem Jahr übernahmen Josef III, der heutige Besitzer von Jardim Orquídea, und sein Bruder Heribert die Gärtnerei. Josef II widmete sich von nun an der Forellenzucht. Die Betriebsgröße wurde auf 2.700 m² Glashäuser ausgebaut. Die Cyclamenzucht aufgegeben und voll auf Orchideen spezialisiert.
1965
Beginn des Klonens bei Orchideen und Aufbau des Exports in die damaligen kommunistischen Staaten Ungarn und Jugoslawien.
1966
Erste Orchideenschau in Weiz vom 26.3. bis zum 24.4., über 40.000 Besucher
1970
Aus- und Umbau des Betriebs auf 3.000 m² Hochglas. In diesen Jahr bekam der Betrieb den großen Staatspreis in Gold. Verkaufsstand am Blumengroßmarkt in Wien.
1971
Durch Hagelunwetter wurden die Kulturen stark in Mitleidenschaft gezogen und es mußten 1.500 m² Gewächshausfläche neu verglast werden.
1972
Automatisierung von Bewässerung, Düngung und Lüftung. Erste Exporte in die Tschechoslowakei.
1973
Vergrößerung auf 6.000 m² Gewächshauser.
1975
Beginn des Exports nach Polen. Neuer Verkaufsstand am Blumengroßmarkt Graz.
1978
Vorstellung des weltweit ersten Paphiopedilum-Meristems und Beginn mit dem Verkauf.
1979
Ausstellungen und Ausbau des Exports in die Schweiz und nach Deutschland.
1981
Der Verkauf der Paphiopedilum-Meristeme wurde sofort gestoppt (extrem viele Mutationen) und der Bestand von Meristemen wurde vernichtet.
1982
Nächster großer Rückschlag durch Sturmschaden. 1.000 m² Gewächshäuser wurden vernichtet.
1984
Errichtung einer Filiale des Blumenfachgeschäftes.
1985
Heribert Pregetter steigt aus der Firma aus.
1988
Zweite Filiale des Blumenfachgeschäftes.
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