"Auf der Insel Madeira in Portugal sind durch heftige Unwetteram Samstag, 20. Februar, 42 Menschen getötet, so die Inselbehörden am 28. Februar offiziell. 16 Verletzte sind noch in den Krankenhäusern.Die Zahl der Vermissten sank auf 8 Personen. Aber in den Tiefgaragen werden noch ertrunkene Menschen vermutet. 600 Einwohner sind durch die Katastrophe obdachlos geworden. Drei Feuerwehrleute aus Leichlingen sind seit Dienstag mit technischem Gerät auf der Insel, um ihre Freunde zu unterstützen.
(cl/gxb/AFP) Mindestens ein Feuerwehrmann der Bombeiros Municipal in Funchal ist beim Versuch, eine Frau aus den Fluten zu retten, von den Wassermassen mitgerissen worden und ebenso wie die Frau ertrunken. Oberhalb von Ribeira Brava auf dem Weg nach Encumeada evakuiert die Feuerwehr Ribeira Brava Menschen aus ihren Häusern, die akut von Erdrutschen bedroht sind. Ein Haus oberhalb dieser Stadt westlich von Funchal ist mit sieben Bewohnern vom aufgeschwemmten Erdreich in die Tiefe gerissen worden. Von den Bewohnern fehlt jede Spur. Den Behörden zufolge kam es bereits am Samstag zu Überschwemmungen und Erdrutschen auf der Insel. Bei heftigen Unwettern auf der portugiesischen Insel Madeira sind am Samstag, 20. Februar, der örtlichen Zeitung zur Folge 42 Menschen gestorben. 101 Menschen haben sich verletzt, 8 von ihnen liegen noch im Krankenhaus. 600 Einwohner haben ihre Wohnungen verloren. Man vermutet noch mehr Tote, denn die Tiefgaragen sind voll Wasser gelaufen und noch nicht alle Schlammlawinen durchsucht. Unlängst wurde im Flußlauf bei Aufräumungsarbeiten ein verschüttetet Auto mit zwei Leichen gefunden. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge fielen den Fluten zum Opfer (Foto). Auch zwei Feuerwehrwagen wurden unbrauchbar. Es sollen mehr als 1000 Privatautos nur noch Schrottwert haben.
Nach starken Regenfällen und heftigem Stürmen in der Nacht zum Samstag sei es vor allem im Süden der Insel zu Überschwemmungen und Erdrutschen gekommen, teilten die Behörden in Madeiras Hauptstadt Funchal mit .Die ansonsten kleinen Bäche verwandelten sich nach dem Dauerregen in reißende Flüsse. Autos, Bäume und auch Häuser wurden mit zu Tal gerissen. Brücken wurden zerstört. Die Stadt Funchal ist überschwemmt. Die Straßen sind durch Geröll zum Teil unpassierbar. Die Avenida do Mar stand gestern noch am Sonntag einen halben Meter unter Wasser. Hinzu kamen orkanartige Boen, die den Einsatz der Rettungskräfte erschweren.
An der Küste sind am Samstag Boote ins Meer gerissen worden. Ob es dabei auch Tote gegeben hat, war bislang nicht zu erfahren. In Ribeira Brava verwandelte sich der gleichnamige Fluß in ein tosendes, alles mitreißendes Gewässer. Er richtete ebenfalls große Verwüstungen an und riß Menchen in den Tot. Auch in anderen Orten verzeichneten die Behörden erhebliche Schäden durch Hochwasser und Erdrutsche. So war das Nonnental lange nicht erreichbar. Nach dem Unwetter befürchtet die Bevölkerung, dass die Regenrückhaltebecken im Landesinneren, die zur Bewässerung der Felder benötigt und von den Levadas gespeist werden, brechen und für weitere Überschwemmungen sorgen könnten.Auch überlaufende Levadas haben zum Beispiel in Ribeira Brava für überschwemmte Wohnungen und große Schäden gesorgt. Ausgefallener Strom ließ Tiefkühlschränke ausfallen und Lebensmittel verderben.
Viele Häuser stehen unter Wasser und es wird Tage dauern, sie von Schlamm zu befreien. Im Gefolge des Unwetters kam es in Funchal gestern zu einem Hausbrand. Bürgermeister Miguel Albuquerque rief die Bewohner der 500 Kilometer westlich vor der afrikanischen Küste gelegenen Insel auf, zunächst in ihren Häusern zu bleiben. Der internationale Flughafen auf Madeira wurde vorübergehend geschlossen. Auch aus Deutschland wurden Flüge zur Ferieninsel gestrichen. Die Insel ist zur Zeit telefonische kaum zu erreichen. Nur das Mobilfunknetz funktioniert noch einigermaßen. Es kam ebenfalls zur Unterbrechung der Stromversorgung auf der gesamten Insel. Seit Sonntag funktionieren ein Teil der Telefone wieder.
Portugals Ministerpräsident José Sócrates äußerte sich betroffen über das folgenreiche Unwetter und kündigte Unterstützung an. Innenminister Rui Pereira werde schnellstmöglich dorthin reisen, sagte Sócrates.
Am Montag kam der Hilferuf von Bürgermeister Dr. Miguel Albuquerque und dem Funchaler

Feuerwehrchef an die Partnerstadt Leichlingen. Die Vorbereitungen zur technischen Unterstützung der Feuerwehr-Kameraden auf der Insel Madeira liefen sofort auf Hochtouren. Mehr als 500 Kilogramm Material wie elektrische Tauchpumpen, Schläuche, Kabeltrommeln und Scheinwerfer wurden in den Gerätewagen-Logistik gepackt. Noch Montagabend wurde das Gerät am Köln/Bonner Flughafen eingecheckt. Begleitet wird das Material von drei Kameraden des Löschzuges I. Unter ihnen der Leichlinger Wehrleiter Horst Schmidtberg. Am Dienstagmorgen um fünf Uhr startet eine Boing 737-800 der TUIfly nach Funchal auf Madeira. Wir kamen um neun Uhr auf der Insel an. Um 9.15 Uhr befnd ich mich bereits im Einsatz", erklärt Brandmeister Bernd Thomsen telefonisch gegenüber Madeira-News. Mir wurde eine Gruppe zugeteilt. Wir hatten die Aufgabe, eine Tiefgarage im Zentrum Funchals leerzupumpen. Feuerwehrchef Horst Schmidtberg sei mit Koordinierungsaufgaben betraut worden, so Thomsen.
ZDF-Mittagsmagazin vom 24. Feb. 2010: Bitte unter dem Videoangebot "Deutsche Hilfe auf Madeira" anklicken.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/978014/Tote-bei-Unwettern-auf-Madeira
Auf der Insel wurde ein international zugängiges Spendenkonto für die Opfer der Unwetterkatastrophe eingereichtet. Wer spenden möchte kann das über folgende Kontonummer tun: International Bank of Funchal with the IBAN PT
50003800011986711677151 and SWIFT CODE BNLFPTPL. 
